Der Flugverkehr wächst – und mit ihm die Klimakrise. Schon heute verursacht er rund 27 Prozent des Klimaeffekts der Schweiz – mehr als der gesamte restliche Verkehr. Und trotzdem wachsen die Passagierzahlen seit der Corona-Pandemie wieder Jahr für Jahr. Dieses Jahr sollen alle Rekorde gebrochen werden, und die Airlines wollen weitergehen auf ihrem Wachstumskurs.

Ihre Versprechen klingen verlockend: Dank sogenannter «nachhaltiger Treibstoffe» (Sustainable Aviation Fuel, SAF) werde bald klimaneutral geflogen. Doch die Realität ist ernüchternd. Obwohl es in der EU seit Januar 2025 Pflicht ist, einen bescheidenen Anteil von 2 Prozent SAF einzusetzen, liegt der tatsächliche Anteil derzeit bei gerade einmal 0,6 Prozent. Und selbst diese sind oft alles andere als nachhaltig. Ein grüner Anstrich für eine umweltbelastende Form des Reisens!
Das Absurde: Die Mehrheit der Flüge geht gar nicht nach Asien oder Amerika. Nein, die beliebtesten Ziele liegen mitten in Europa – Barcelona, London, Berlin. Alles Orte, die problemlos mit Zug oder Bus erreichbar wären. Trotzdem steigen viele ins Flugzeug, weil es zu billig ist. Der Grund: Während Bahn und Bus Mehrwertsteuer, Infrastrukturabgaben und CO₂-Preise zahlen müssen, wird der Flugverkehr künstlich subventioniert. Das ist nicht nur klimapolitisch fatal, sondern auch finanzpolitisch ein Quatsch.
Im Bundeshaus ist diese Schieflage längst bekannt. Trotzdem haben Parlamentarier*innen unsere Vorschläge für eine Flugticketabgabe oder die Aufhebung der Steuerprivilegien abgelehnt. Der Grund liegt auf der Hand: Der lange Arm der Fluglobby reicht bis tief ins Bundeshaus hinein.
"Wir sagen: Jetzt reicht’s! Es ist höchste Zeit, dass die Bevölkerung selbst das Steuer in die Hand nimmt. Deshalb will umverkehR eine neue Volksinitiative lancieren!"
Franziska Ryser, Co-Präsidentin umverkehR